96% aller DeFi-Transaktionen finden derzeit auf Ethereum statt.
Andere Blockchains wie z.B. TRON oder EOS spielen da kaum eine Rolle.
Wird Ethereum weiterhin den DeFi-Raum regieren? – Ein schlafender
DeFi-Riese ist im Begriff aufzuwachen: Bitcoin.
Viele Menschen sind sich der Tatsache nicht bewusst, dass alles, was
mit Ethereum gemacht werden kann, auch mit Bitcoin möglich ist. Der
Schlüssel dazu könnte in einer Technologie namens RSK liegen.
RSK ist eine Sidechain, die über einen sogenannten „Two-Way Peg“ mit
der Bitcoin-Blockchain verbunden ist. Mit Hilfe dieser Sidechain können
sogenannte Smart Contracts ausgeführt werden, auf die gleiche Weise wie
auch auf Ethereum.
RSK verwendet sogar dieselbe Programmiersprache und virtuelle
Maschine wie Ethereum, was bedeutet, dass der Code eines Smart Contracts
von Ethereum, ohne große Umstände auch auf Bitcoin umgeschrieben werden
kann.
RSKs eigener Token nennt sich SmartBitcoin, welcher im Verhältnis 1:1
an das Original gebunden ist. Um nun auch Bitcoin Smart Contracts
nutzen zu können, muss man zuallererst seine Bitcoins in SmartBitcoins
umwandeln. Dies geschieht erstmal ohne Risiko, da die BTC-Originaltoken
gesperrt bleiben und man sie jederzeit auch wieder zurücktauschen kann.
Auch sind die Wachstumskurven der beiden Coins identisch, man muss also keine Furcht vor einem verpassten Bullrun haben.
Die Verbindung zwischen Bitcoin und SmartBitcoin basiert auf einem Prozess namens „Merged Mining“:
Ein Miner kann gleichzeitig Bitcoins und SmartBitcoins generieren.
Dafür hat RSK wichtige Partnerschaften mit einigen der größten
Bitcoin-Mining-Pools der Welt getroffen. Durch das sogenannte
“piggybacking” oder vereinfacht “Two-Way Peg“-Verfahren, sind RSK Smart
Contracts viel weniger anfällig für Angriffe, als die auf anderen
Blockchains.
Ein weiterer wichtiger Vorteil von Merged Mining ist, das Miner ihr
Geld bereits durch die Blockbelohnungen und Transaktionsgebühren von
Bitcoin erhalten haben. Die zeitgleiche Produktion der SmartBitcoins ist
vom Aufwand und den damit verbundenen Kosten also marginal. Dies
bedeutet, dass Transaktionsgebühren, welche auf Ethereum als Gaspreise
bekannt sind, deutlich niedriger ausfallen.
RSK wurde erstmals auf der lateinamerikanischen Bitcoin-Konferenz in
Mexiko-City vorgestellt, im Dezember 2015. Ihr Mainnet startete im
Januar 2018. Entwicklungen dieser Art von Software und der damit
verbundene infrastrukturelle Aufbau, sind sehr ehrgeizige Bestrebungen
mit vielen Hürden. Bisher wurden nur wenige Projekte auf RSK realisiert.
Während Ethereum zweifellos einen First-Mover-Vorteil hat, deuten
einige Faktoren darauf hin, dass sich ein Bitcoin-basiertes DeFi-System
durchsetzen könnte. Das wohl hierfür wichtigste Argument lautet:
Das Geld ist bereits in Bitcoin!
Die Marktkapitalisierung ist mehr als fünfmal höher als die von
Ethereum. Immer mehr institutionelle Investoren und große Unternehmen
nutzen Bitcoin als Wertspeicher und viele Bitcoin-Hodler könnten
langfristig eine Lösung bevorzugen, die es ihnen ermöglicht ihre
Bitcoins für sie arbeiten zu lassen, ohne ein Wechselkursrisiko eingehen
zu müssen.
Es gilt mit Sicherheit abzuwarten ob und wie sich diese Möglichkeiten
ausspielen werden, über sie Bescheid zu wissen und im Auge zu behalten,
kann aber mit Sicherheit nicht schaden!